Ursula K. LeGuin: The Dispossessed

Posted 26.05.2008 by Till Westermayer
Categories: Allgemeines

Tags: , , , , ,

Ein SF-Roman, der auf den beiden Zwillingswelten Urras und Anarres spielt. Shevek, ein Physiker von Anarres durchbricht die über hundert Jahre lang währende Isolation des Planeten, um seine Ergebnisse publizieren zu können, stellt aber schnell fest, daß Urras auch nicht sein Ideal darstellt.

Urras entspricht weitgehend der Situation der Erde heute, Anarres wird als anarchistische (bzw nicht-autoritär-kommunistische) Siedlung dargestellt. Anarres ist dabei ein unwirtlicher Planet, der von Urras aus als eher uninteressanter Mond angesehen wird und etwa 140 Jahre vor der Zeit, in der der Roman spielt den Anhängerinnen von Odo (die so ähnlich wie Marx etc. dargestellt wird) überlassen wurde. Diese haben dort eine freie Gesellschaft errichtet, in der sich aber relativ bald schon wieder ziemlich wichtige informelle Strukturen (Odo hat gesagt, daß …; sozialer Druck als höchstes Gut) herausgebildet haben. Merkmale der Gesellschaft: Absolute Gleichbehandlung von Männern und Frauen (zum Beispiel Namensvergabe durch Computer, Namen assozieren keine Geschlechter), Losverfahren zur Berufung in das zentrale Planungskomitee, Siedlungsräte, freiwillige Arbeitseinsätze, Gemeinschaftsschlafräume, so gut wie kein Privatbesitz, kein Geld, strikte antiegoistische Erziehung (die Gesellschaft ist alles, Du bist nichts …).

Der Roman ist (a) gut lesbar und (b) regt er an, darüber nachzudenken, wie eine anarchistische Gesellschaft denn nun tatsächlich aussehen könnte. Inzwischen ein Klassiker moderner Utopien.

Eine interessante Ergänzung zu The Dispossessed stellt die Kurzgeschichte „The day before the revolution“ dar, die online verfügbar ist. Diese Kurzgeschichte spielt in der Vorgeschichte der Welt von Anarres, sie ist aber auch eine Geschichte über LeGuins Vorstellung von Anarchismus, vor allem aber eine Geschichte über Laia Odo (nach der der Odonianismus benannt ist), die zum Zeitpunkt des Textes eine alte Frau ist, am Tag vor der Revolution, ihrer Revolution.

Le Guin, Ursula K. (1996): The Dispossessed. An Ambigous Utopia. Glasgow: HarperCollins (Orig. 1974).
Bei amazon bestellen.

Ursula K. LeGuin: Always Coming Home

Posted 24.05.2008 by Till Westermayer
Categories: Allgemeines

Tags: , , , ,

Always Coming HomeEine SF-Geschichte, die in einer Zukunft spielt, die auf den Altlasten von heute nach den Ritualen von gestern existiert. Traumhafte und traumartige Beschreibungen der Rituale und der Mythologie eines modernen Indianerstammes, der noch nicht existiert und eines Tages dort leben wird, wo heute noch San Francisco steht. Inklusive eigener Sprache, Kultur, usw. Das Buch ist zum Teil sehr collagenartig geschrieben. Fokus und Hauptperson ist eine Frau, die wir von ihrer Kindheit bis zu ihrem Tod begleiten.

Der Stil des Buchs ist sehr eigen — vielleicht trifft es am besten, wenn er als „fiktionale Anthropologie“ beschrieben wird.

Le Guin, Ursula K. (1987): Always Coming Home. New York u.a.: Bantam Books (orig.: 1985)
Bei Amazon bestellen

Philip K. Dick: Beyond Lies the Wub

Posted 24.05.2008 by Till Westermayer
Categories: Allgemeines

Tags: , ,

Beyond Lies the Wub ist eine Sammlung mit Kurzgeschichten von Philip K. Dick, die zwischen 1947 und 1955 geschrieben wurden. Das Buch enthält eine Einleitung von Robert Zelazny und einer Definition des Begriffs „Science Fiction“ durch Dick.

Einige der Geschichten bringen wirklich interessante Ideen mit sich (und stellen klar, dass viele neue Gedanken so neu auch wieder nicht sind); andere sind klassische Beispiele für SF der 1950er Jahre, denen keine große Originalität zukommt.

Der Band enthält folgende Geschichten:

  • „Stability“ (Eine Gesellschaft, die jede Form von Veränderung verabscheut und kontrolliert — erinnert ein bißchen an „Brazil“)
  • „Roog“ (die wöchentliche Müllabfuhr aus der Perspektive eines Hundes)
  • „The Little Movement“ (Toy Story scheint hier einige Ideen aufgegriffen zu haben; Welteroberung durch Spielzeugsoldaten scheitert an Plastikschweinchen)
  • „Beyond Lies the Wub“ (Was tun, wenn das als Nahrungsmittel eingekaufte marsianische Schwein sich als überaus intelligente Lebensform entpuppt?)
  • „The Gun“ (eine automatische Waffe bewacht eine längst untergegangene Zivilisation, die durchaus auf der Erde liegen könnte)
  • „The Skull“ (Zeitreise zur retrospektiven Religionsgründung)
  • „The Defenders“ (Der kalte Krieg eskaliert, die Bevölkerung zieht sowohl in der Sowjetunion als auch in den USA unter die Erde, und Roboter kämpfen auf der verbrannten Erdoberfläche — oder behaupten das zumindest)
  • „Mr Spaceship“ (eine außerirdische Zivilisation kennt nur Biotechnik (!), z.B. lebende Raumschiffabwehr, die Erde versucht, gleichzuziehen, und implementiert ein Gehirn in die Schiffssteuerung eines Raumschiffs)
  • „Piper in the Woods“ (eine Asteroidenstation mit einer seltsamen Krankheit: immer mehr der dort Lebenden behaupten, sie wären Pflanzen, und sitzen den ganzen Tag über reglos in der Sonne)
  • „The Infinites“ (eine Strahlenquelle triggert Mutation und macht aus den Insassen eines Raumschiffes ‘Men of the Future’, einige Millionen Jahre später)
  • „The Preserving Machine“ (Dr Labyrinth hat die Idee, Musikstücke lebendig zu machen, um sie so für die Ewigkeit zu bewahren. Klappt nicht ganz …)
  • „Expendable“ (Angriff der Insekten)
  • „The Variable Man“ (in einem zukünftigen Krieg taucht plötzlich ein Mann aus der Vergangenheit auf — und macht die statistischen Berechnungen über Kriegserfolg oder -mißerfolg zunichte)
  • „The Indefatigable Frog“ (der Versuch, Zenos Paradoxon empirisch zu lösen)
  • „The Crystal Crypt“ (der letzte Flug vom Mars zur Erde — und kurz zuvor ist einer der Marsstädte verschwunden)
  • „The Short Happy Life of the Brown Oxford“ (Dr Labyrinth konstruiert eine Maschine, die unbelebte Gegenstände belebt. Z.B. Schuhe)
  • „The Builder“ (ein Mann baut ein Schiff und weiss nicht, warum er das tut)
  • „Meddler“ (der Versuch, die Zukunft zu beobachten, führt zur Katastrophe, und jeder Verbesserungsversuch macht alles nur schlimmer)
  • „Paycheck“ (die beste Bezahlung für geheime Arbeiten an einem Zeitspiegel sind ein Busticket, ein Stück Draht, eine Quittung und vier weitere harmlose Gegenstände)
  • „The Great C“ (eine postapokalyptische Welt, in der ein Computer Menschenopfer fordert)
  • „Out in the Garden“ (Leda und der Schwan, Neuauflage)
  • „The King of the Elves“ (ein Tankstellenbesitzer wird zum Elfenkönig)
  • „Colony“ (illustriert sehr schön die Bedeutung von techniksoziologisch gesprochen „Sachen“ — was wäre, wenn eine alien lifeform in der Lage wäre, jeden unbelebten Gegenstand exakt nachzubilden?)
  • „Prize Ship“ (das erbeutete Raumschiff der Ganymedians könnte den Krieg entscheiden — wenn bloss klar wäre, auf welche Einheit sich die Skala bezieht. Also ausprobieren)
  • „Nanny“ (ein fliegender Roboter, der auf Kinder aufpasst, sollte sich auch gegen Übeltäter zur Wehr setzen können, oder?)

Philip K. Dick (1990): Beyond Lies the Wub. Vol.1 The Collected Stories of Philip K. Dick, London u.a.: Grafton Books.
Bei Amazon bestellen.

Philip K. Dick: Die drei Stigmata des Palmer Eldritch

Posted 24.05.2008 by Till Westermayer
Categories: Allgemeines

Tags: ,

In einer von einer Klimakatastrophe angeheizten Zukunft versorgt der Konzern Perky Pat Layouts KolonistInnen auf den Planeten, die dort ein trostloses Leben fristen, mit der bewusstseinsverändernden Droge Can-D und dazugehörigen Layouts, Miniaturmodelle aus der amerikanischen Vergangenheit. Mit Hilfe von Can-D tauchen die KolonistInnen in diese andere Wirklichkeit ein, und werden zu Pat und Walt. Doch Ungemach droht: der vor zehn Jahren ins Prox-System verschwundene Unternehmer Palmer Eldritch ist zurück — und gerüchteweise hat er Chew-Z mitgebracht, eine die Wirklichkeit verändernde Droge. Bloss Konkurrenz für P.P. Layouts — oder ein Versuch des außerirdischen Bösen, die Gewalt über die Erde und die anderen Planeten zu erlangen?

Philip K. Dick (2002): Die drei Stigmata des Palmer Eldritch. München: Heyne. 9,00 Euro. (amerik. Orig.: The Three Stigmata of Palmer Eldritch, 1964)

Bei Amazon bestellen: deutsche Übersetzung | Original

Philip K. Dick: Das Orakel vom Berge

Posted 24.05.2008 by Till Westermayer
Categories: Allgemeines

Tags: , ,

Das Orakel vom Berge ist die deutsche Übersetzung von The Man in the High Castle (orig. 1962), mit einem Vorwort von Kim Stanley Robinson und zwei unveröffentlichten Kapiteln im Anhang.

Worum geht es? Dicks Roman ist eine Alternativweltgeschichte, die in einer Welt spielt, in der Deutschland und Japan den 2. Weltkrieg gewonnen haben und die USA unter sich aufgeteilt haben. In den 60er Jahren ist das Leben in der japanischen „PSA“ friedvoll, sehr asiatisch geprägt, wenn auch mit deutlicher Stratifikation zwischen der japanischen Herrscherklasse und dem Rest — Deutschland hat dagegen Afrika menschenleer gemacht und im Norden/Osten Amerikas eine nationalsozialistische Kolonie aufgebaut.
Neben den verschiedenen Handlungsperspektiven durch die verschiedenen Hauptfiguren, die alle irgendwie miteinander zusammenhängen, aber ganz unterschiedliche Schicksale haben, spielt das Orakel „I-Ging“ eine große Rolle — und ein Alternativweltroman im Roman, der in einer Welt spielt, in der die Allierten den 2. Weltkrieg gewonnen haben — und die ganz anders als unsere Welt ist.

Philip K. Dick (2000): Das Orakel vom Berge. München: Heyne. 9,00 Euro. (Orig.: The Man in the High Castle, 1962).
Bei Amazon bestellen: deutsche Übersetzung | amerikanisches Original.

Marcus Hammerschmitt: Der Zensor

Posted 23.05.2008 by Till Westermayer
Categories: Allgemeines

Tags: , ,

Was wäre, wenn? – mit dieser Frage beschäftigen sich nicht wenige Science-Fiction-Romane, eigentlich alle. Im Zensor von Hammerschmitt geht die Frage weiter mit: Was wäre, wenn die Nachkommen der Mayas und Azteken gegen Ende des 21. Jahrhunderts dank Nano-Technologie zu einer beherrschenden Weltmacht werden, die Spanien, Portugal und Teile von Frankreich erobert? Wir haben es hierbei nicht mit einem einfachen Rückspiel zu tun, sondern mit einer technologisch angepassten Form der Kolonisation, bei der die Nano-Mayas die iberische Halbinsel – in Stadtstaaten und Königreiche aufgeteilt – zur beherrschenden Macht in ihrem Weltreich machen: Mittelamerika bleibt ausgebeutet. Mystizismus und Technologie verbinden sich aufs großartigste (symbolisiert u.a. durch die für Informationsgesellschaft und Mythos zugleich stehende Figur der Glyphe).

Das von Hammerschmitt dargestellte Szenario gründet massiv auf drei Technologien: auf der einen Seite Nano-Technologie, gedacht als universelle Materiemaschine, beliebig programmierbar, und auf der anderen Seite, dadurch möglich geworden, künstliche Intelligenz, für die nanotechnisch verformbare Materialien zum Körper werden sowie erst durch die Beherrschung von Materie auf dem elementaren Level ermöglichte Biotechnologie – alles drei gekoppelt mit einer feudalen Gesellschaft, die aus europäischer Sicht als blutrünstig und irritierend erscheint.

Politisch ist das Reich der Nano-Mayas alles andere als heterogen und friedlich. Wir erleben diese Welt einerseits durch die Augen eines hohen, gottgleichen Beamten – des titelgebenden Zensors, der dem Nachrichtendienst von Nano-Tikal vorsteht, und der unerfreuliche Entdeckungen macht, und andererseits durch die Augen eines Halbspaniers, Teil der Rebellenbewegung, in der AnarchistInnen, KommunistInnen und konservative Katholiken gemeinsam gegen die Mayaherrschaft kämpfen – zwei Handlungsfäden, die irgendwann zusammenkommen.

Wie immer verläuft nicht alles nach Plan, und wenn auch das letzte Viertel des Romans etwas überhitzt und gewollt wirkt, ist er insgesamt einer erfreulich ideenreiche und spannende Lektüre (dass hier nicht übersetzt werden musste, macht durchaus was aus). Während die Mayagesellschaft realistisch wirkt, lässt sich das über den Weg dorthin nicht unbedingt sagen. Wenn es auch den einen oder anderen Hinweis etwa auf die Zapatistenaufstände gibt, so erklärt Hammerschmitt nicht, wieso gerade in Ländern der Peripherie mit ihren internen Spaltungen in diesem Jahrhundert die großen technischen Fortschritte passieren sollen. Insofern bleibt es beim was wäre wenn, und bei allem Realismus in der Darstellung wirkt das mayanisierte Westeuropa eigentümlich unwirklich.

Hammerschmitt, Marcus (2001): Der Zensor. Hamburg: Argument.
Bei Amazon bestellen.

Marcus Hammerschmitt: Wind / Der zweite Versuch

Posted 23.05.2008 by Till Westermayer
Categories: Allgemeines

Tags: , ,

Zwei kurze, sprachgewaltige, deutschsprachige Sciencefiction-Romane, die in einer einigermaßen realistisch gezeichneten nicht ganz fernen deutschen Zukunft spielen.

Wind: Eddie (menschenscheu etc.) bewacht einen Teil einer Offshore-Windanlage eines sehr, sehr großen Konzerns. Er erhält eine für das Windmonopol potenziell gefährliche Blaupause einer Gezeitenmaschine – und eine Odyssee quer durch die Republik (auf einem 200 kmh schnellen Rad) und einige Bolos (autonome Gebiete) beginnt.

Der zweite Versuch: unter anderem von einer christlichen Gentech-Sekte tatkräftig unterstützt versuchen die USA in einer Parallelwelt, den Schmach der missglückten Apollo-Mondmission einige Dekaden später wieder wett zu machen.

Hammerschmitt, Marcus (1997): Wind. Der zweite Versuch. Zwei Romane. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Bei Amazon bestellen.

Marcus Hammerschmitt: PolyPlay

Posted 23.05.2008 by Till Westermayer
Categories: Allgemeines

Tags: , ,

Ein Buch, zu dem sich leider nicht allzuviel sagen lässt. Nicht, weil es nicht von Interesse wäre, sondern weil es zuviel vorwegnehmen würde. Auf den ersten Blick ist das Buch harmlos – so harmlos, dass die Frage aufkommt, ob es nicht etwas unter dem Niveau von Hammerschmitt angesiedelt ist. Eine Alternativweltgeschichte, in der im Setting »DDR hat die BRD nach der Wende übernommen« Kommissar – nein, Oberleutnant – Kramer in einem Mordfall ermittelt, bei dem Jugendszenen und Automatenspielgeräte plötzlich in Verbindung mit einer Stasi-Verschwörung geraten.

Die Alternativwelt-DDR sieht plausibel aus, fast schon putzig, und auch die ab und zu hineinschneienden Lehrstunden über die Geschichte (im Schulunterricht, beim Zappen durchs Fernsehprogramm) wirken erst einmal so, als würde es hier darum gehen, sich vorzustellen, wie es denn hätte gewesen sein können, wenn im Jahr 2000 in einer größeren und für die Welt wirtschaftlich und politisch extrem wichtigen DDR stattgefunden hätte. Ob da Reklame hängt, wie die Wessis sich aufführen, etc. Warum sollte es so gewesen sein? Hammerschmitts Erklärung erweckt den Anschein, plausibel zu sein: wirtschaftliche Probleme im Westen, eine Abschottungspolitik in Ostasien, interne Streitigkeiten in den USA, und die – handgewedelte – Entdeckung einer ominösen neuen Technologie (der »Müller-Lohmann-Prozess«), die die DDR bald führend auf dem Gebiet der Mikroelektronik macht: Flachbildschirme, Mobilfunktelefone (»Mobis«), und wirtschaftlicher Erfolg. Das Leben im pluralistischen Sozialismus sieht gar nicht mal so übel aus – und auch die kleinen Fiesheiten (Joschka Fischer als Außenminister der DDR und Kronprinz des Staatsratsvorsitzenden, auch die Tageszeitung gibt’s weiterhin) tragen eigentlich nur dazu bei, dass Bild abzurunden. Daneben dann noch ein zweiter Handlungsstrang auf einer Seefestung, hat auch irgendwas mit Daten und Computerkriminalität zu tun.

Soweit, so gut. Aber irgendwann wird dann deutlich, dass Hammerschmitt den Leser oder die Leserin über etwas ganz anderes belehren möchte: über die Unmöglichkeit, in Science Fiction nicht nur plausible, sondern tatsächlich funktionsfähige Alternativwelten durchzuspielen, über die Fähigkeit des Menschen, überall Muster und Gestalten zu erkennen, und Widersprüche hinzunehmen. Das Ende ist überraschend, und wer zu lange mitspielt, mag es auch schockierend empfinden. Denn das Ziel des Experiments stellt sich als ein ganz anderes heraus – über das mehr zu sagen das Lesen des Romans doch beeinträchtigen würde. Und damit ist schon fast zuviel verraten.

Hammerschmitt, Marcus (2002): PolyPlay. Hamburg / Berlin: Argument. 187 Seiten, 12 Euro.
Bei Amazon bestellen.

Iain M. Banks: Use of Weapons

Posted 23.05.2008 by Till Westermayer
Categories: Allgemeines

Tags: , ,

Eine teilweise haarsträubend militärtaktische, aber durchaus poetische SF-Geschichte, die im Universum der Culture spielt – einer hochentwickelten Gesellschaft, deren Sternenschiffe riesig, intelligent und verspielt sind, die kein Geld und keine Arbeit mehr kennt – und die einige Spezialagenten wie z.B. Cheradenine Zakalwe beschäftigt, deren Aufgabe es ist, in die Machtspiele zwischen anderen Gesellschaften auf anderen Planeten einzugreifen.

Banks, Iain M. (1992): Use of Weapons. London: Orbit. (Orig. 1990).
Bei Amazon bestellen.

Hintergründe: A Few Notes on the Culture

Posted 23.05.2008 by Till Westermayer
Categories: Allgemeines

Tags: , , ,

One of the few rules the Culture adheres to with any exactitude at all is that a person’s access to power should be in inverse proportion to their desire for it.

„A Few Notes on the Culture“, von Iain M. Banks 1994 veröffentlicht, ist eine umfangreiche Hintergrundbeschreibung zu Banks Culture-Romanen; hier wird das utopische Potenzial der Culture als einer Art raumfahrenden Kommunismus / Anarchismus / whatever ziemlich gut beschrieben und philosophisch begründet. Und ein paar Anmerkungen zur Technik gibt’s auch.

Die gesetzlose, von Sitten und Referende geleiteten Habitate der Culture funktionieren, weil (a) der Weltraum genügend Raum und Ressourcen bietet, (b) eine Koexistenz mit bewussten Maschinen (und teilweise sehr viel intelligenteren Maschinen) eine Art funktionierende Planwirtschaft möglich macht, (c) damit eine Art moralisch fundierte Anarchie möglich wird, in der kein sentient being ausgebeutet wird (sprich leiden muss) (non-sentient machines werden ausgebeutet, das spielt aber keine Rolle …), und (d) der Link zwischen Gehirn und Genen es möglich macht, durch bloßen intensiven Wunsch sein Geschlecht zu wechseln (und Drogen zu produzieren, und …), und so Gleichberechtigung kein Problem mehr darstellt.

Wer jetzt nachlesen will, was Banks sich noch so gedacht hat, als er sich die Culture ausgedacht hat, kann das z.B. hier tun.